Kommunale Wärmeplanung
Zum Oktober 2026 haben die Gemeinden Gleiritsch, Teunz und Winklarn mit der kommunalen Wärmeplanung begonnen. Dabei erhält die Verwaltung Unterstützung vom Ingenieurbüro Luxgreen Climadesign GmbH aus Regensburg, das mit der Umsetzung beauftragt wurde. Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, die Grundlage für eine zukunftsfähige und umweltfreundliche Wärmeversorgung zu schaffen, die auf regional erzeugte erneuerbare Energien setzt. Die Kosten werden durch die Konnexitätsmittel des Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie finanziert.
Zielsetzungen Bayerns
- Klimaneutralität bis 2045: Bis dahin soll der gesamte Gebäudebestand im Freistaat keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr verursachen.
- Reduzierung der Auswirkungen des Klimawandels: Bayern möchte durch den Klimaschutz Extremwetterereignisse und deren Folgen verringern.
- Kostenschutz für Bürger: Die Wärmewende soll Bürger vor steigenden Kosten fossiler Brennstoffe schützen.
Wie läuft die Kommunale Wärmeplanung ab?
Die Wärmeplanung ist ein strukturierter Planungsprozess, der die Wärmeversorgung umweltfreundlicher und effizienter machen soll. Die Inhalte der Planung sind durch das Wärmeplanungsgesetz festgelegt. Ziel ist eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Bereich der Wärmeversorgung mit gleichzeitiger Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Die Planung wird dabei in mehrere Phasen untergliedert:
- Bestandsaufnahme: Wie sieht die aktuellen Wärmesituation aus?
- Potenzialanalyse: Welche Möglichkeiten bieten erneuerbare Energien in der Region? Welche Resourcen stehen zur Verfügung?
- Zukunftsszenarien-Entwicklung: Welche Möglichkeiten gibt es für eine nachhaltige Wärmeversorgung in der Zukunft?
- Umsetzungsstrategie: Welche konkreten Schritte müssen unternommen werden, um die zuvor simulierten Ziele zu erreichen?
Die Datengrundlage ist entscheidend
Die erste Phase der Wärmeplanung beginnt mit einer umfassenden Datenerhebung. Hierbei werden ak-tuelle Daten zur bestehenden Wärmeinfrastruktur (z.B. Wärmenetze), dem Energiebedarf und potenziellen Wärmequellen (z.B. unvermeidbare Abwärme, Wärmeüberschuss von Biogas-BHKWs) gesammelt und analysiert. Diese Daten sind unerlässlich, um ein genaues Bild von den derzeitigen Bedingungen und möglichen Optimierungsfeldern zu erhalten.
Parallel zur Datenerhebung wird in den kommenden Wochen eine Bürgerumfrage gestartet. Diese soll die Meinungen, Bedürfnisse und Vorschläge einholen. Die Teilnahme der Bevölkerung ist ein wesentlicher Bestandteil des Projekts, da sie damit sowohl direkt als auch indirekt von den Ergebnissen der Wärmeplanung betroffen sein werden. Alle sind herzlich eingeladen, sich an der Umfrage zu beteiligen und Ihre Ideen und Wünsche einzubringen. Scannen Sie hierzu einfach den nebenstehend dargestellten QR-Code. Ihre Rückmeldungen werden direkt in die Planung einfließen und helfen, die Maßnahmen praxisnah und an den Bedürfnissen der Bevölkerung abgestimmt zu gestalten.
Aktuelle Fördermöglichkeiten im Überblick
KfW-Zuschuss Nr. 458: Heizungsförderung für Privatpersonen - Wohngebäude
• Zuschuss bis zu 70 % der förderfähigen Kosten
• für Eigentümerinnen und Eigentümer von bestehenden Wohngebäuden in Deutschland
• für den Kauf und Einbau einer neuen, klimafreundlichen Heizung
Hier gibt es weitere Informationen: Heizungsförderung für Privatpersonen - Wohngebäude (458) | KfW
KfW-Kredit Nr. 261: Förderung von Sanierung und Kauf
• Förderkredit ab 1,69 % effektivem Jahreszins für Sanierung und Kauf
• bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit für ein Effizienzhaus
• weniger zurückzahlen: zwischen 5 % und 45 % Tilgungszuschuss
• zusätzliche Förderung möglich, z. B. für Baubegleitung
Hier gibt es weitere Informationen: Wohngebäude - Kredit (261) | KfW
Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW)
Sollte ein Wärmenetz entstehen, kann dies über die BAFA-Förderung für effiziente Wärmenetze gefördert werden. Bei dem Bau eines Wärmenetzes werden zunächst mit dem Modul 1 eine Machbarkeitsstudie angefertigt, deren förderfähige Kosten zu 50 % bezuschusst werden.
Hier gibt es weitere Informationen: BAFA - Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW)
Häufig gestellte Fragen
- Was ist kommunale Wärmeplanung? Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Prozess, der darauf abzielt, die Wärmeversorgung der Kommunen nachhaltig, effizient und klimafreundlich zu gestalten. Dabei wird der aktuelle Wärmebedarf analysiert, potenzielle erneuerbare Wärmequellen identifiziert und Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen entwickelt.
- Hört die Wärmeplanung genau an der Gemeindegrenze auf? Nicht direkt. Die Planung kann auch kommunenübergreifend stattfinden. Es kommt beispielsweise vor, dass Eignungsgebiete ausgewiesen werden, welche teilweise schon in einer zu einer anderen Gemeinde gehören. Die Umsetzung wird dann empfohlen und durch kommunale Vertreter kommuniziert und bestenfalls umgesetzt.
- Welche Information erhalten Bürgerinnen und Bürger durch den Wärmeplan? Transparenz: Eigentümer erhalten Informationen über geeignete Technologien zur Wärmeerzeugung für ihr Gebiet. Planungssicherheit: Bürger können erkennen, wann und wie ein Umstieg auf klimaneutrale Versorgung in ihrem Quartier, ihrer Straße oder ihrem Haus stattfinden wird.
- Warum ist die kommunale Wärmeplanung wichtig für unsere Kommune? Bayern hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Da der Wärmebereich einen großen Anteil der CO2-Emissionen ausmacht, ist die kommunale Wärmeplanung ein Maßnahmenkatalog zur Erreichung der Wärmewende hin zu einer emissionsfreien Wärmeversorgung.
- Wie wird die Wärmeplanung finanziert? Die Kosten werden durch die Konnexitätsmittel des Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie finanziert.
- Ist ein Wärmenetz oder eine Einzelversorgung wirtschaftlicher? Ein Wärmenetz ist meistens wirtschaftlicher als eine Einzelversorgung. Ein Wärmenetz versorgt viele Gebäude gleichzeitig, wodurch die Kosten für die Infrastruktur auf mehrere Haushalte oder Betriebe verteilt werden. Zudem können so verschiedene Quellen für Wärme genutzt werden, wie z.B. Abwärme aus Industrie oder erneuerbare Energien. Eine Einzelversorgung ist oft teurer, weil jeder Haushalt oder Betrieb seine eigene Heizungsanlage braucht.
- Besteht eine Pflicht zum Umsetzen der geplanten Maßnahmen? Für die einzelnen Bürger besteht keine direkte Pflicht, die geplanten Maßnahmen der Wärmeplanung sofort umzusetzen. Allerdings können Bürger aufgefordert werden, sich an den Maßnahmen zu beteiligen, zum Beispiel durch den Anschluss an ein Wärmenetz oder die Nutzung erneuerbarer Energien.
- Wie können sich die Bürgerinnen und Bürger beteiligen? Die Bürgerinnen und Bürger können sich aktiv an der kommunalen Wärmeplanung beteiligen, indem sie an der bevorstehenden Umfrage teilnehmen und ihre Meinungen, Bedürfnisse und Vorschläge, einbringen. Zudem wird es Informationen auf der kommunalen Homepage, eine Informationsveranstaltung und Workshops geben, bei denen die Bewohnerinnen und Bewohner sich direkt einbringen und informieren können.
- Welche kurzfristigen Maßnahmen werden ergriffen? Zu den ersten Schritten gehören die Erhebung aktueller Daten zur bestehenden Wärmeinfrastruktur und zum Energiebedarf. Zudem wird eine Bürgerumfrage gestartet, um Bedürfnisse und Meinungen der Bevölkerung zu erfassen. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für die weiteren Planungen.
- Wird meine Heizung ausgetauscht werden müssen? Ob und wann eine Heizungsanlage ausgetauscht werden muss, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. In einigen Fällen könnte der Austausch einer veralteten oder ineffizienten Anlage empfohlen werden, um den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen zu senken. Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung werden Gebiete als potenzielle Fokusgebiete für Wärmenetze identifiziert. Ob Ihre Immobilie in einem Fokusgebiet liegt, erfahren Sie im Rahmen der öffentlichen Informationsveranstaltung, sowie über den veröffentlichten Wärmeplan. Sie werden rechtzeitig über das Rahmenprogramm informiert. Die Umsetzung der potenziellen Wärmenetze obliegt dem lokalen Energieversorger.
- Wie lange dauert die kommunale Wärmeplanung? Der Prozess der kommunalen Wärmeplanung gliedert sich in mehrere Phasen und wird voraussichtlich im Dezember 2026 fertiggestellt. Die erste Phase, die Datenerhebung und die Bürgerbeteiligung, wird etwa 3-4 Monate andauern. Die darauffolgende Entwicklung von Szenarien und Maßnahmen wird voraussicht-lich im August fertiggestellt. Die schrittweise Umsetzung erfolgt nach der kommunalen Wärmeplanung und kann mehrere Jahre andauern.
- Wann sind erste Ergebnisse zu erwarten? Die ersten Ergebnisse der Wärmeplanung sind normalerweise nach etwa 6 bis 7 Monaten zu erwarten. In dieser Zeit werden verschiedene Daten gesammelt, Analysen durchgeführt und die besten Lösungen für die Wärmeversorgung entwickelt. Es dauert so lange, weil eine gute Planung sorgfältige Überlegungen und Abstimmungen zwischen vielen verschiedenen Akteuren erfordert, wie Kommunen, Energieversorgern und anderen Beteiligten.
- Was passiert nach der Wärmeplanung? Nach Abschluss der Wärmeplanung werden konkrete Handlungspläne vorliegen, die aufzeigen, wie die Maßnahmen zur nachhaltigen Wärmeversorgung schrittweise umgesetzt werden können. Anhand der Handlungspläne wird in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Energieversorgern die Umsetzung von Wärmenetzen geprüft.
- Wie werde ich über den Fortschritt informiert? Die Gemeinde wird regelmäßig über den Fortschritt der Wärmeplanung informieren. Dies wird über verschiedene Kanäle geschehen, darunter die gemeindliche Webseite, der Gemeindespiegel und Informationsveranstaltungen.
- Ich möchte meine Heizung erneuern. Was muss ich im Hinblick auf die kommunale Wärmeplanung beachten? Die kommunale Wärmeplanung teilt das Gemeindegebiet in Bereiche ein, in denen künftig unterschiedli-che Formen der Wärmeversorgung möglich sein können (z. B. Wärmenetz, dezentrale Versorgung). Diese Einteilung kann Ihnen als Orientierung dienen, welche Lösungen in Ihrem Gebiet perspektivisch sinnvoll oder geplant sein könnten. Wichtig: Der Wärmeplan ist eine strategische Planung und ersetzt keine individuelle Beratung. Ihre Entscheidung für ein Heizsystem bleibt grundsätzlich frei.
- Muss ich mit dem Heizungstausch warten, bis die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen ist? Nein. Die kommunale Wärmeplanung macht keine direkten Vorgaben dazu, wann und wie Sie Ihre Heizung erneuern müssen. Wenn bei Ihnen kurzfristig ein Austausch ansteht, können Sie die Sanierung unabhängig vom Abschluss der Wärmeplanung umsetzen. Sinnvoll ist es, dabei möglichst auf eine klima-freundliche Lösung zu setzen und sich über aktuelle Fördermöglichkeiten zu informieren.
- Wer berät mich zum Heizungstausch? Für eine persönliche Einschätzung eignen sich unabhängige Energieberatungen (z. B. Energieagentur, Ver-braucherzentrale oder zertifizierte Energieberaterinnen und Energieberater). Auch lokale Fachbetriebe für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) können Sie zu technischen Lösungen, Einbau und Umset-zung beraten. Zusätzlich stellt die Kommune im Rahmen der Wärmeplanung Informationen bereit, die als Orientierung dienen können.
- Welche Wärmelösungen kommen für mich in Frage? Das kann pauschal nicht beantwortet werden. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab, z.B. vom energetischen Zustand Ihrer Immobilie, den Platzverhältnissen, möglichen Sanierungsmaß-nahmen sowie den lokalen Rahmenbedingungen.
Als klimafreundliche und zukunftssichere Optionen kommen - je nach Gebäude und Gebiet – eine Wärmepumpe, eine Biomasseheizung oder der Anschluss an ein Wärmenetz infrage.
Wichtig: Es muss nicht „die eine“ Lösung für alle geben. In vielen Fällen sind auch Kombinationen möglich, etwa eine Wärmepumpe in Verbindung mit einem bestehenden Heizsystem oder ergänzenden Maßnahmen (z. B. Solarthermie).
Der kommunale Wärmeplan kann Ihnen eine erste Orientierung geben, welche Versorgungsformen in Ihrem Gebiet künftig möglich sein könnten. Für eine konkrete Entscheidung empfiehlt sich zusätzlich eine individuelle Energieberatung.