Frauenstein
Die Burg Frauenstein soll von Riesen erbaut worden sein. Sie war eine der schönsten im Lande. Auf dem hohen Turme hatte man eine Fernsicht bis Prag und Regensburg. Jetzt ist die ehedem so prächtige Feste zerfallen.
In den weiten Kellerräumen liegen Schätze vergraben. Aber ein großer schwarzer Hund, welcher Feuer speit, hütet dieselben. Männer aus Pondorf gingen am Ostersonntage hinauf, nach denselben zu suchen. Sie begegneten dem schwarzen Hunde. Dieser versetzte sie so in Schrecken, dass sie davonliefen.
Im Walde bei der Burg suchte ein Hirtenbube ein verlorenes Rind. Er sah einen Wagen dastehen, welcher mit vier Rappen bespannt war. Auf dem Wagen lag eine große eiserne Kiste und oben auf derselben ein Kronentaler. Auf dem Rückwege fiel es dem Hirtenbuben ein, dass er sein neues Messer auf der Kiste gelassen hatte. Er eilte dahin; aber alles war verschwunden.
Ein Mädchen kam, als es Beeren pflückte, in die Nähe der Burg. Dieses erblickte den Wagen mit dem Rappen. Neben dem Fuhrwerk stand auf einem Steine ein Körbchen mit frischen Rosen. Das Mädchen nahm einige davon. Als es heimkam, hatten sie sich in Gold verwandelt.