Sagen aus Winklarn

Frauenstein

Die Burg Frauenstein soll von Riesen erbaut worden sein. Sie war eine der schönsten im Lande. Auf dem hohen Turme hatte man eine Fernsicht bis Prag und Regensburg. Jetzt ist die ehedem so prächtige Feste zerfallen.

In den weiten Kellerräumen liegen Schätze vergraben. Aber ein großer schwarzer Hund, welcher Feuer speit, hütet dieselben. Männer aus Pondorf gingen am Ostersonntage hinauf, nach denselben zu suchen. Sie begegneten dem schwarzen Hunde. Dieser versetzte sie so in Schrecken, dass sie davonliefen.

Im Walde bei der Burg suchte ein Hirtenbube ein verlorenes Rind. Er sah einen Wagen dastehen, welcher mit vier Rappen bespannt war. Auf dem Wagen lag eine große eiserne Kiste und oben auf derselben ein Kronentaler. Auf dem Rückwege fiel es dem Hirtenbuben ein, dass er sein neues Messer auf der Kiste gelassen hatte. Er eilte dahin; aber alles war verschwunden.

Ein Mädchen kam, als es Beeren pflückte, in die Nähe der Burg. Dieses erblickte den Wagen mit dem Rappen. Neben dem Fuhrwerk stand auf einem Steine ein Körbchen mit frischen Rosen. Das Mädchen nahm einige davon. Als es heimkam, hatten sie sich in Gold verwandelt.

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Die Schatzkiste

Am Frauenstein weideten einst drei Hütbuben ihr Vieh. Um die Mittagsstunde suchten sie eine verlaufene Kuh. Da sahen sie einen mit vier prächtigen Rappen bespannten Wagen stehen. Eine Kiste voll Geld war aufgeladen. Oben darauf aber lag ein funkelnder Kronentaler. Den nahmen sie mit und begaben sich auf den Heimweg. Einer von ihnen hatte auf  der Kiste sein Hütbrot liegen gelassen und kehrte um. Aber alles war verschwunden.

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Der Schatz auf dem Frauenstein

Ein äußerst wertvoller Schatz soll in der Burgruine Frauenstein verborgen sein. Als Männer diesen einmal heben wollten, stießen sie ganz richtig auf die Schatzkiste. Aber darauf saß ein schwarzer Pudel, der seinen Platz nicht verließ, obwohl man ihn auf verschiedene Weise wegzulocken suchte. Dieser Hund konnte reden und deutete den Schatzgräbern auch sein Geheimnis an. "Ihr bringt mich nicht weg", sprach er zu ihnen, "aber in Leipzig im schwarzen Laden kriegt ihr's um drei Pfennig zu kaufen, das hilft." Da das betreffende Mittel noch nicht erworben wurde, ist der Schatz noch immer zu heben.

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Die Hexe

In Haag bei Muschenried hatte ein Hofbesitzer eine Bauerntochter aus Stegen geheiratet. Kaum wohnte sie einige Tage in Haag, konnte keine Nachbarin mehr Butter aus ihrem Rahm ausrühren. Die neu zugewanderte junge Frau aber verkaufte täglich große Mengen an Butter und Schmalz. Sie ging auch nicht in die Kirche, solange sie lebte. Manchmal sah man sie auf den Wiesen nach Kräutern suchen, oft brachte sie ganze Nächte im Kuhstall zu. Nach ihrem Tode ging sie um. Ein Klostergeistlicher bannte den Geist durch sein Gebet in eine zinnerne Flasche und vertrug ihn auf den Schwarzwihrberg bei Rötz, der bekanntlich als Sammelort für Hexen und sonstige ruhelose Geister gilt.

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Das Waldweiblein

Ein Bauer aus Haag bei Muschenried ging vor langer Zeit einmal von Tiefenbach aus nach Hause. Da schlich plötzlich aus dem Gebüsch ein Waldweiblein herzu, fasste ihn bei der Hand und führte den Widerstrebenen in den Wald hinein. Unter einem großen Felsen zeigte sie ihm einen Weidling (Milchtopf) voll glänzender Goldstücke. Schon wollte er sich danach bücken. Da schien es ihm plötzlich, als stürze der Felsblock auf ihn nieder. Entsetzt sprang der Mann davon, ohne von dem Gelde zu nehmen. Da erhob das enttäuschte Weiblein ein herzzerreißendes Weinen und Schreien. Als der Bauer sich umwandte war das Holzfrauerl mit seinem Golde verschwunden.

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Der dreiköpfige Hund

Auf der Straße von Winklarn nach Schneeberg (nahe dem Kleesberg) wurde früher wiederholt ein Hund mit drei Köpfen gesehen, der nur durch das Kreuzzeichen ferngehalten werden konnte, ferner dem einsamen Wanderer aufhuckelte, bis dieser an ein Marterl kam. Ähnliches ist manchem auch im Kulzerhölzl und im Seibertshof zugestoßen.

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