"Da Jakowe drauß" - Jakobskirchlein bei Fuchsberg

Ca. 700 Meter außerhalb des Ortes Fuchsberg, etwa auf halber Wegstrecke zwischen Fuchsberg und Hermannried schmiegt sich an den aufsteigenden Berg ein kleines Kirchlein, der St. Jakob.

Weit in die Geschichte zurück reichen die ersten Anfänge. Wie im Volksmund berichtet wird, befand sich an der Stelle des jetzigen Jakobskirchlein ein Standbild.

Aus Aufzeichnungen geht jedoch hervor, dass das Wallfahrtskirchlein St. Jakob 1766 (an anderer Stelle ist 1749 genannt) von dem Reichsgrafen Karl-Clement-Ferdinand von der Wahl aus Teunz und seiner Gemahlin Eleonora, einer geb. Taufkirchen-Kreuth aus Fuchsberg, erbaut worden ist, um auf diese Weise dem hl. Jakob Dank abzustatten dafür, dass er in den Türkenkriegen (1679 bis 1726) ihren Sohn, der als Kavallerieoffizier an denselben beteiligt war, auf Fürbitte der Eltern vor jeder Verwundung beschützt hatte. An der Empore der Kirche ist aufgemalt, wie der Heilige im Kampfgetümmel an der Seite seines Schützlings reitet.

Allem Anschein nach wurde St. Jakob bereits früher errichtet. Denn ein anderer Chronist berichtet:

Carl (Clement) Ferdinand Maria (gest. 1769) und seine Gemahlin Gräfin Eleonora von Taufkirchen-Kreuth – dieselbe liegt in Teunz in der Pfarrkirche auf der Epistelseite begraben - bauten das zur Zeit des Luthertums ganz in Verfall geratene, mehrbelobte St. Jakobskirchklein wieder auf.

Auf zweien der in der Kirche befindlichen Votivtafeln ist das Schloss Fuchsberg abgebildet, wie es im 18. Jahrhundert aussah. Eine Inschrift auf einer der beiden Votivtafeln nimmt Bezug auf die Besetzung der Oberpfalz durch die Franzosen, sie lautet:

"Als im Jahre 1796 die ganze Oberpfalz durch die Franzosen feindlich überfallen wurde, verlobte (im Sinne von geloben) sich die Hochgräfliche Herrschaft von Fuchsberg aus Dank zum hl. Jakob und Johann von Nepomuk. Beide Hofmarchen (Fuchsberg und Teunz) blieben auch von feindlichen Einfällen befreit. Zur Danksagung ließen sie diese Tafel fertigen."

Die erste Rechnung des Kirchlein stammt aus dem Jahre 1765. In den Jahren 1975 – 1978 erfolgte eine Innenrenovierung und im Zuge der Außenrenovierung (1991) wurde das Dach völlig neu eingedeckt sowie der Dachreiter mit Glocke versetzt.

Weitere Infos im Internet unter: www.st-jakob-fuchsberg.de

Das Grab des Apostels Jakobus ist in der nordspanischen Stadt Santiago de Compostela. Zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert war sie Ziel unzähliger Pilger aus ganz Europa. Es legte sich ein Netz von Jakobswegen über den ganzen Kontinent. Einer dieser Wege führte von Prag über Nürnberg nach Rothenburg, vorbei an mehreren dem hl. Jakob geweihten Kirchen.

Nachdem der Fränkische Albverein bereits eine Teilstrecke von Stein/Deutenbach bis Rothenburg mit einer weißen Jakobsmuschel auf blauem Grund markiert hat, wurde auch noch der Abschnitt zwischen dem tschechisch/deutschem Grenzübergang Tillyschanz und Deutenbach vollendet, wobei bis Ensdorf der Oberpfälzer Waldverein sowohl für die Routenführung als auch für die Markierungsarbeiten verantwortlich zeichnet.

Stationen der Wegstrecke zwischen Tillyschanz und Nürnberg sind:

Tillyschanz – Eslarn – Fuchsberg – Willhof – Schwandorf – Ensdorf – Hohenburg – Sindlbach – Feucht - Nürnberg

Bei einem Halt in Fuchsberg beim Jakobskirchlein besteht die Möglichkeit einen Stempel in das Pilgerheft einzutragen.

Weitere Info´s über den Jakobsweg unter: http://www.el-camino-de-santiago.com/

Quellen:
* Otto Taufkirch, Lehrerseminarist in Amberg, der dieselben nach dem Original von Pfarrer Joh. B. Schütz (Pfarrer in Teunz v. 30.6.1875 bis 9.6.1880) abgeschrieben hat;
* "Auf dem Jakobsweg von Tillyschanz über Schwandorf nach Nürnberg", ISBN-Nr.: 3-927598-22-4, Verlag Seehars, Uffenheim, Fränkischer Albverein (Hrsg.);