Geschichte von Schloss und Ortschaft Fuchsberg

Abgesehen von sehr früh belegten Ansiedlungen bzw. Siedlungsterrassen - etwa im Schwarzachtal - setzt im Hoch- und zu Beginn des Spätmittelalters, also ab dem 12. Jahrhundert, in unserer Gegend die sogenannte Landnahme ein. Es entstehen in bislang weitgehend unbesiedeltem Gebiet Rodungsinseln, die mit der Zeit mehr und mehr eine systematische Siedlungstätigkeit erschließen lassen. Dabei ist von einer West - Ost - Wanderung der Bevölkerung auszugehen, die sich in der Regel an Flussläufen orientiert und die dabei auch in Kontakt kommt mit Slawen, die bereits vereinzelt Wohnplätze eingerichtet haben. Während Kotzenhof als Beleg fraglich erscheint, erweist sich Teunz eindeutig als Slawischen Ursprungs: Der Name geht auf "Tyn" (Teyn gesprochen) bzw. "Teynec" zurück und bezeichnet eine Umwallung, wobei die Befestigung durchaus nur in einer einfachen Ringmauer bestanden haben mag.

Kann man also den Hauptort der Gemeinde zeitlich relativ exakt bestimmen - slawische Ansiedlungen gehen in dieser Gegend bis in das 8. Jahrhundert zurück -, liegen die Anfänge Fuchsbergs im Dunkeln. so kann man lediglich mit Sicherheit davon ausgehen, dass ein Teil der Bausubstanz des Schlosses in das Mittelalter zu datieren ist, auch verweist der Namensbestandteil -berg auf einen älteren dörflichen Herrschaftssitz. Die Deutung des gesamten Ortsnamens erscheint als strittig: Während manche meinen, der Name leite sich von Fuchsbauten her, die an dem ursprünglich unbewohnten Südwesthang in großer Zahl vorgekommen seien, gehen andere davon aus, dass ein Rittergeschlecht "Fuchs" für den Namen verantwortlich zeichnet. Als Beweis hierfür kann ein weißer Fuchs als Wappen- bzw. Helmtier auch bei späteren Besitzern des Rittergutes gelten.

Die urkundlich belegte Geschichte des Ortes beginnt im 14. Jahrhundert, als das Geschlecht der Zenger im Besitz des Gutes Fuchsberg ausgewiesen ist: 1321 und 1322 ist Konrad Zenger, 1363 Jordan Zenger belegt, 1340 siegelt "Chunrat der Zenger von Fuchsperg" eine Reichenbacher Urkunde; im Jahr 1400 sitzt Heinrich der Muracher auf Fuchsberg. Ab dem 15. Jahrhundert gerät Fuchsberg in Lehnsabhängigkeit von Leuchtenberg. So sind von 1554 bis 1778 das Messlehn und der große wie kleine Zehnt an die Sazenhofer (Satzenhofer) ausgegeben. Aus diesem Geschlecht sind als Besitzer z. B. nachweislich belegt: Hanns Sazenhofer (1518 -1545), Wolff Sazenhofer (1548 - 1570), Christoph Albrecht Sazenhofen (1635) oder auch Wolf Georg Adam Sazenhofen (1696) und 1740 dessen Witwe. 1749 kommt Fuchsberg in den Besitz der Grafen von Taufkirchen. Rechtlich gesehen ist Fuchsberg, zu dessen Besitz seit dem 16. Jahrhundert auch Gutenfürst zählt, als Hofmark bzw. Landsassengut einzustufen Aus einen Bericht der Pfleger über den Bestand von Hofmarken in den einzelnen oberpfälzischen Ämtern an die Regierung von Amberg aus dem Jahr 1563 geht hervor, dass im Pflegamt Murach Fuchsberg unangefochten als Hofmark gilt. Die jeweiligen Herren einer Hofmark üben die niedere Gerichtsbarkeit über ihre Grunduntertannen aus, während die Hochgerichtsbarkeit beim Amt Murach liegt. Bis 1604 ist das Gut Ödmiesbach Bestandteil der Hofmark Fuchsberg. Am 16.11. diesen Jahres wird "Mispach" ohne Schmälerung der Fuchsberger Hofmarksgerechtigkeiten zu einem eigenen Landsassengut im Amt Tännesberg erhoben. Im Salbuch des Amtes Murach von 1606 wird auf ein wichtiges Merkmal der Gerichtsbarkeit Fuchsbergs hingewiesen, nämlich das Recht, in Kriminalfällen den Täter zu ergreifen, die erste Kognition durchzuführen und ihn bis zu Überstellung drei Tage festzuhalten: "Die malefiz personen werden alten gebrauch nach, deß dritten tags von dem ambt abgeholet vnnd herauß bei dem berhn häußl, wie sich der weg nach Vichtach vnnd Teinz scheiden, darzwischen ein hilzerne stell stehet, derselben gleich angenommen."

Interessant ist beispielsweise auch eine Auflistung der Anwesen aus dem Jahr 1630, die eine deutliche Unterscheidung von Pflegamt und Hofmark vornimmt und somit erkennen lässt, dass es sich bei Fuchsberg nicht um ein geschlossenes Rechtsgebiet handelt: "Zum Pflegamt: 2 Höfe, 1 Hof (Inhaber: Jobst Sigmund von Sazenhofen), 2 Güter, 3 Söldengütl, 1 kleines Häusl. Hofmark Fuchsberg: 1 Hof, 3 Güter, 2 Gütl, 1 Tafern mit Gütl, 8 Söldengütl, 3 Söldenhäusl, 3 kleine Söldenhäusl, 2 Häusl, 8 kleine Häusl,

1 Tripfhäusl, 3 kleine Tripfhäusl, 1 Tafern, 1 Badhaus, 1 Metzgerei, 1 Schmiedstatt, 2 Mühlen, davon 1 die "Herrnmüll" genannt. 1 "öedes vngangbares hamerguett" und 1 Söldenhäusl (Richterwohnung) gehören Jobst Sigmund von Sazenhof. 1 Hof gehört Christoph Albrecht von Sazenhof. 3 Inleute, davon 1 Hüter".

Im 18. Jahrhundert sind als Landsassen auf Fuchsberg belegt: 1749 Karl von Taufkirchen, 1769 dessen Witwe Eleonora, 1779 die Vormundschaft ihrer Söhne. Kurfürst Karl Theodor bestätigt 1782 die Übergabe des Landsassenguts Fuchsberg von Joseph von Taufkirchen an Stanislaus von Taufkirchen, der bis zu seinem Tod 1830 Herr in Fuchsberg ist. Dieser beantragt am 23. Dezember 1819 die Errichtung eines Patrimonialgerichts auf seinen Landgütern Fuchsberg und Teunz; hierfür erhält er am 30. November 1820 die königliche Genehmigung. Während die Verleihung dieser Gerichtsbarkeit an Teunz rechtswidrig ist, besteht die für Fuchsberg faktisch bis 1830. Gerichtsbarkeit, Jagd und Dominikalien des Gutes Fuchsberg werden am 21. November 1834 dem Staat zugesprochen; am 29. April 1835 meldet die Regierung die definitive Einziehung des Patrimonialgerichts Fuchsberg. In die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts fällt auch der Aufbau einer festen kommunalen Organisation, die ihre Rechtsgrundlage in dem Gemeindeedikt von 1818 findet. Orientiert hat man sich dabei an Familienzahl und Kirchen- bzw. Schulverband. Dem Landgericht Oberviechtach ist 1840 die patrimonialgerichtliche Ruralgemeinde Fuchsberg mit den Teilen Fuchsberg, Haidhof und Ziegelhäusl zugewiesen. 1880 geht in einem Tauschverfahren Haidhof an die Gemeinde Wildstein, während Hebermühle ab diesem Zeitpunkt zur Gemeinde Fuchsberg gehört. Bis zum 1. Mai 1978 kann Fuchsberg seine Eigenständigkeit bewahren, wenngleich die Gemeinde schon einmal zwischen 1946 und 1948 der Gemeinde Teunz zugeordnet ist. Hindergrund für die Eingemeindung Fuchsbergs nach Teunz ist die Gebietsreform in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Als Mitglieder der Gemeinde Fuchsberg werden 1978 Fuchsberg selbst, sowie Hebermühle und Tannenschleife genannt.

Quelle: Kapellenführer des Kapellenbauvereines Fuchsberg