Städtebauliches Entwicklungskonzept

Inhalt:

 

ANLASS UND ZIEL DES STÄDTEBAULICHEN ENTWICKLUNGSKONZEPTS (SEK)

Der demographische Wandel und der allgemeine Strukturwandel haben auch den Markt Winklarn erfasst. Die Marktgemeinde Winklarn sah sich in den vergangenen Jahren konfrontiert mit den negativen Folgen großer wirtschaftlicher und soziokultureller Veränderungstendenzen. Die Auseinandersetzung mit den aktuellen Herausforderungen wird sich mit Sicherheit auch in den kommenden Jahren fortsetzen.

Offensichtlich erkennbare Tendenzen (Rückgang und Überalterung der Bevölkerung, Sanierungsstau an Gebäuden, Leerstand von Gebäuden, rückläufiges Nahversorgungsangebot, stagnierender Tourismus, Mängel der Infrastruktur) haben die Marktgemeinde veranlasst, mit Blick auf eine tragfähige Zukunftsentwicklung die notwendigen Weichen zu stellen und im Rahmen des Möglichen Vorsorge zu treffen.

Das hier vorliegende Städtebauliche Entwicklungskonzept (SEK), ist die Voraussetzung für die von der Regierung der Oberpfalz in Aussicht gestellte Zuweisung von Mitteln aus der staatlichen Städtebauförderung. Die vorliegende Schrift beleuchtet die aktuelle Situation der Marktgemeinde hinsichtlich ihrer demographischen, ökonomischen, kulturellen, sozialen sowie ihrer räumlichen und infrastrukturellen Stärken und Schwächen und leitet daraus Empfehlungen für die zukünftige Entwicklung der Marktgemeinde ab.

Der Markt Winklarn verfügt über eine Reihe von Potentialen, die für eine nachhaltige Entwicklung ausgeschöpft werden müssen. Hierzu gewährt die Städtebauförderung des Freistaats Bayern und des Bundes in begrüßenswerter Weise finanzielle Unterstützung.

Heute steht Winklarn vor aktuellen Herausforderungen. Der demographische Wandel hat auch die angrenzende Region erfasst, verbunden mit einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung. Geänderte Ansprüche an das Wohnen, an das Einkaufen und an die Gastronomie haben dazu geführt, dass in Winklarn zahlreiche Läden, Gasthöfe und Wohnungen leer stehen. Das rückläufige Arbeitsplatzangebot und somit die sinkenden Gewerbesteuererträge verschärfen die Lage der Kommune und schränken somit ihre Handlungsspielräume weiter stark ein.

Der Markt Winklarn hat deshalb beschlossen, das vorliegende Städtebauliche Entwicklungskonzept erarbeiten zu lassen, welches die Leitlinien für die Stadtentwicklung der nächsten Jahre aufzeigen soll.

Das SEK fokussiert die Frage, wie sich der Markt Winklarn künftig erfolgreich als attraktiver Wohn-, Einkaufs- und Wirtschaftsstandort sowie als Besuchsziel mit einzigartigen, kulturhistorisch wertvollen Angeboten präsentieren wird. Angesichts des landschaftlichen Umfelds, dem Oberpfälzer Wald, des Ensemble am Marktplatz, dem Brunnen mit Mariensäule, der Pfarrkirche St. Andreas sowie dem alle fünf Jahre stattfindendem Heimatfest in Winklarn eröffnet besonders der Tourismus Chancen für eine positive Entwicklung. Es gilt die Besucher- und Übernachtungsmöglichkeiten zu steigern.

Das Einzelhandelsangebot in Winklarn hat sich in den vergangenen Jahren stark reduziert; es muss daher vorrangig der Bestand gesichert und die mittelfristige und langfristige Perspektive attraktiviert werden.

Das SEK widmet sich dem Leerstand und dem Aufzeigen von Strategien zur Wiedernutzung von Leerständen, um den Markt Winklarn vor dem weiteren Abrutschen zu bewahren und zu stabilisieren.

Die Versorgungssicherheit und die Infrastruktur sind weitere Themen, die mit über die Zukunft des Marktes Winklarn entscheiden.

Weiter ist es die Absicht des Marktes Winklarn im interkommunalen Kontext mit den Nachbargemeinden eine größtmögliche Transparenz über alle angestrebten Entwicklungsziele zu erreichen, um geeignete Projekte auch gemeinsam anzupacken. Hierbei spielt auch die Anbindung an die Bundesstraße B22 eine wichtige Rolle.

Das Städtebauliche Entwicklungskonzept soll einen Handlungsrahmen für die Aufwertung Winklarns in den kommenden 10 bis 15 Jahren schaffen. Das SEK ist dabei die Voraussetzung für die weitere Unterstützung des Marktes durch die Städtebauförderung, ohne welche größere bauliche Projekte nur schwer oder gar nicht zu realisieren sind.

Als Gutachter wurde zu Beginn 2013 das Planungs¬büro UmbauStadt / Weimar . Berlin . Frankfurt/M mit der Erarbeitung des SEK beauftragt.

Gelenkt und ständig begleitet wurde der Arbeitsprozess von einer Lenkungsgruppe mit Vertretern aus der lokalen Wirtschaft, dem Bildungswesen, der Kirchenverwaltung, den Vertretern des Marktgemeinderates, des Bürgerfestes und der stellvertretenden Bürgermeister unter dem Vorsitz des jetzigen Altbürgermeisters Johann Sailer und anschließend der jetzigen Ersten Bürgermeisterin Sonja Meier und unter intensiver Mitwirkung von Herrn Brand, dem Leiter der Geschäftsstelle der VG Oberviechtach.

Es ist selbstverständlich auch das Anliegen des vorliegenden SEK, so weit wie möglich die Anregungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger zu integrieren. Mit zwei Bürgerforen und zwei schriftlichen Umfragen wurde während des Arbeitsprozesses der Ansatz verfolgt, die Ideen aus der Bürgerschaft aufzugreifen und in das vorliegende SEK einfließen zu lassen.

Darüber hinaus wurden die Inhalte des Konzepts mit der Regierung der Oberpfalz und mit dem Marktgemeinderat abgestimmt.

Das vorliegende Städtebauliche Entwicklungskonzept für den Markt Winklarn ist das Ergebnis eines einjährigen Arbeits- und Diskussionsprozesses zwischen Verwaltung und Vertretern des Marktgemeinderats, der Regierung der Oberpfalz und dem Planungsbüro UmbauStadt, der unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Winklarns stattfand.

Die Verfasser hoffen, mit dem vorliegenden SEK ein tragfähiges Gerüst für den Stadtentwicklungsprozess der nächsten Jahre in Winklarn geschaffen zu haben.

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Das SEK Winklarn wurde gefördert aus Mitteln der Städtebauförderung über die Regierung der Oberpfalz.